Rudolf Bericht vom 20.09.2009

 

Die Geschichte des Kronprinzen Rudolf ist eine sehr traurige Geschichte.
Rudolf ist der Sohn von Kaiserin Elisabeth und Kaiser Franz-Josef. Der Kronprinz hat Probleme mit sich selbst, er trinkt, ist krank und fühlt sich wie ein Gefangener. Er wird übergangen, vom Volk gehasst und hat eine ungeliebte Ehe mit Prinzessin Stephanie von Belgien. Er sieht die Probleme des Volkes, möchte etwas verändern, doch niemand hört auf ihn. Vor allem nicht sein Vater.

 

Das Musical beginnt mit einer Szene zwischen dem Ehepaar Rudolf und Stephanie. Man kann sofort spüren, dass zwischen dem Paar Spannung liegt und keine Liebe. Rudolf trinkt immer wieder aus einem Flachmann und seine Frau beschimpft ihn. Schließlich haben es die beiden geschafft und sind bei der Eröffnung des neuen Hof-Burgtheaters angekommen. Das neue Theater wird festlich eingeweiht und die königliche Familie möchte nun das erste Stück genießen. Doch leider kommt es zu einem tragischen Zwischenfall: Eine junge Frau rennt auf die Bühne und erschießt sich vor aller Augen.

Alles ist in heller Aufregung, Panik bricht aus und Rudolf rennt zu dem sterbenden Mädchen.

Von der anderen Seite stürzt eine junge Frau, Mary Vesera, zu ihr hin. Mary schaut den Kronprinzen anklagend an. „Warum nur“ fragt Rudolf sie. „Manchmal ist es besser, sofort zu sterben, als jeden Tag ein bisschen“ erhält er als Antwort auf seine Frage.

Am folgenden Tag wird Rudolf zu seinem Vater zitiert und die beiden beginnen ein Gespräch über Julius Felix. Ein Mann schreibt unter diesem Pseudonym für das Wiener Tagblatt und veröffentlicht aufrührerische Artikel und Texte. Hinter diesem Mann wird Rudolfs Cousin Johann Salvator vermutet.

Das Volk liebt diesen Schreiberling, doch hassen sie die Monarchie. Rudolf versucht wiederholt mit seinem Vater zu reden, um auch Einfluss auf die Politik auszuüben, etwas zu ändern, doch leider vergebens.  Ministerpräsident Graf Taaffe betritt den Raum und der Kaiser erklärt das Gespräch als beendet. Der Kaiser ist zwar der Herrscher, aber die Fäden zieht Graf Taaffe und sein Geheimdienst.

Die junge Mary Vesera ist mit der Gräfin Larisch unterwegs in ein Damenmodengeschäft, um sich für den kommenden Ball neu einzukleiden. Sie schwärmt der Gräfin von den Texten des Julius Felix vor. Diese aber rät Mary, endlich in die Heirat mit dem Herzog von Braganza einzuwilligen. Die schwache finanzielle Situation der Familie würde sich damit erheblich bessern.

Kurz vor dem Ball streitet sich das Ehepaar mal wieder und Rudolf weigert sich zunächst, auf den Empfang für den neuen deutschen Kaiser, Wilhelm II, zu gehen, fügt sich aber dann doch. Seine Frau ist verbittert, sie möchte ihn haben, weiß dass er sie nicht liebt und hält doch nach Außen die Fassade aufrecht. Rudolf hingegen zeigt allen offen sein Missfallen und schlägt über die Stränge. Er trinkt öffentlich, geht ins Freudenhaus und sagt unbedacht seine Meinung. Er rebelliert und ist doch machtlos.

Auf dem Ball sieht Rudolf die junge Mary wieder und führt sie trotz ihrer Reserviertheit zum Tanz. Seine Ehefrau tritt hinzu und kann sich einige sarkastische Bemerkungen nicht verkneifen, Mary antwortet schlagfertig zurück. Rudolf und Mary finden sich sympathisch, ein Flirt, eine Liebelei beginnt.

Die nächste Szene führt in den Salon Apokalypse (Bordell). Rudolf sitzt bei Mizzi, seinem liebsten Mädchen, und ist in Gedanken bei Mary. Mary hängt ebenfalls mit den Gedanken bei Rudolf.

In Graf Taaffes Büro wird der Zeitungsverleger des Wiener Tagblatts Moritz Szeps vorgeladen. Taaffe bedroht diesen und versucht in dahin gehend einzuschüchtern, dass dieser die Texte von Julius Felix nicht mehr veröffentlicht. Als dieser ablehnt und Taaffe stehen lässt, lässt dieser die Büroräume der Zeitung niederbrennen. Am Tag drauf finden Szeps, Andrassy, Vogelsang und Clemenceau die verwüstete Druckerei. Rudolf stößt mit dem Prince of Wales inkognito zu ihnen. Clemenceau hat eine rote Kassette dabei, darin befindet sich ein Dokument, welches der Kronprinz unterschreiben soll. Es handelt sich hierbei um den Plan, ein neues Europa zu bauen und eine neue Allianz - ohne Preußen. Rudolf hält sein Unterschrift zurück. Er ist ein Träumer- kein Macher.

Doch da betritt Mary die Räume, um eine Anzeige aufzugeben. Sie möchte ein Treffen mit Julius Felix arrangieren. Rudolf versucht zunächst sich zu tarnen, gibt sich dann allerdings als J. F. zu erkennen.

Die Beiden haben ein Rendezvous auf dem Eislaufplatz. Mary kann es kaum glauben, dass die beiden die gleiche Person sind. Graf Taaffes Spitzel beobachten die beiden und die machen sich einen Spaß daraus, die beiden an der Nase herumzuführen.

Ein Spiel, aus dem schnell erst wird - Rudolf sehnt sich aus Wien mit ihren Fesseln hinweg - nach Mayerling.

Rudolf hat mal wieder Differenzen mit seinem Vater und als dieser im sagt, Wilhelm wäre ihm als Sohn viel lieber gewesen, ist das für ihn natürlich eine große Demütigung.

Im Prater, etliche Wochen später, treffen sich Rudolf und Mary wieder. Ehe er von den Gefahren reden kann, ermutigt in  Mary.. VERTRAU IN UNS…

Und so wurden wir in die Pause entlassen.

Der 2. Akt beginnt mit einem Albtraum. Darin sieht Rudolf, wie Graf Taaffe die Fäden in der Hand hält. Er manipuliert die Bürokratie und lässt alle Rebellen aufhängen.  Er sieht, wie Mary erhängt wird…

Er schreckt aus dem Schlaf und Mary tut dies ebenfalls, beruhigt ihn. Diese will nun aus dem Schloss schleichen, da es gerade hell wird. Sie bekommt von Rudolf noch einen Ring geschenkt, ihn im ist „ In liebe vereint bis in den Tod“ (I.L.V.B.I.D.T.) eingraviert. Sie trägt ihn an einer goldenen Kette um ihren Hals.

Stephanie unterbricht das Tete a Tete und Mary flüchtet. Sie versucht Rudolf klar zu machen, dass er bei ihr bleiben muss. Sie ist und bleibt seine Frau und somit ist sie die nächste Kaiserin.

Rudolf wird zum Kaiser zitiert. Dieser ist sehr aufgebracht, da Rudolf einen Brief an den Papst geschrieben hat. Er wollte seine Ehe annullieren lassen. Der Kaiser macht ihm klar, dass es immer Geliebte gegeben hat, er aber die Fassade aufrechterhalten muss. Als er seine Ämter niederlegen will, droht ihm sein Vater, dass das für Mary und ihre Familie schwere Konsequenzen haben würde. Rudolf resigniert und bekommt ein Verbot öffentlich aufzutreten.

Rudolf flüchtet zu seiner geliebten Mizzi ins Bordell, dort will er vergessen. Er schießt dort aus seiner Pistole an die Decke. Diese hatte er dem sterbendem Mädchen aus dem Burgtheater abgenommen und seitdem immer bei sich getragen. Man merkt ihm seine Todessehnsucht deutlich an. Es herrscht kurze Zeit Chaos, danach klingt der Aufruhr ab und die Mädchen wollen Rudolf ablenken. Als letztes erscheint Mary. Sie sagt, dass sie an seiner Seite bleiben werde, auch wenn dies seine Welt ist, weil sie ihn liebt. Und dass es Zeit sei, nicht nur Prinz zu spielen, sondern einer zu sein.

Graf Taaffe spricht zur Eröffnung der industriellen Ausstellung, als Rudolf die Bühne betritt. Er schwingt eine feurige Rede und der Enthusiasmus des Volkes wird immer größer. Eine Zuhörerin ist Marie Larisch- sie macht sich große Sorgen um Rudolf über seine verfahrene Situation.

In der Augustinerkriche treffen Mary und Stephanie aufeinander. Die Ehefrau zeigt offen, dass sie gekränkt und traurig ist. Sie versteht nicht, warum er Mary liebt und sie hasst.
Taaffe hat Mary zu sich bestellt. Er bedroht sie und ihre Familie und bietet ihr Geld an, damit sie verschwindet. Sie bietet ihm aus Liebe zu Rudolf die Stirn und schlägt das Angebot aus.

Rudolf ist währenddessen zu Maria Larisch gegangen, hat ihr Geld gegeben, damit Mary gehen kann. Sie soll den Grafen von Braganza heiraten und ihn vergessen. Auch einen Abschiedsbrief hat er ihr geschrieben.
Als Mary total aufgebracht von Taaffe nach Hause kommt, übergibt die Gräfin ihr den Brief und daraufhin packt Mary ihre Koffer und verschwindet in Richtung Bahnhof.

Zuvor nimmt sie noch ihren Ring ab, den sie von Rudolf bekommen hat, sie steckt ihn anstatt einer Antwort in den Umschlag und lässt ihn ins Schloss bringen.

Rudolf hat währenddessen die neue Verfassung unterschrieben und übergibt sie Vogelsang. Dieser bringt die Kassette zu Graf Taaffe und dieser übergibt sie dem Kaiser. Der Kaiser liest das Schreiben und stutzt. Rudolf tritt ein und erkennt den Verrat. Der Kaiser sagt sich vom Thronfolger los und verlässt den Raum.Taaffe übergibt Rudolf den Brief von Mary mit einer sarkastischen Bemerkung. Rudolf stürzt zum Bahnhof und hat anscheinend Mary verpasst,kann nur noch die Rücklichter erkennen.  

Es herrscht Totenstille und aus dem Nebel tritt Mary auf ihn zu. Die beiden Verliebten fallen sich in die Arme und Rudolf flieht mit ihr nach Mayerling

Mary erinnert Rudolf an den Satz ihrer ersten Begegnung “Besser sofort sterben, als jeden Tag ein bisschen“. Er erklärt ihr, warum er sie in Sicherheit bringen wollte, warum es keine Zukunft gibt. Während in Wien die Paare Walzer tanzen, bleiben die Liebenden alleine auf Mayerling im Schein einer Kerze zurück.

Rudolf steckt Mary den Ring an, sie küssen sich, löscht die Kerze und in der Stille der Nacht fallen 2 Schüsse.

 

Was einem bei diesem Stück auffällt, ist vor allem Drew Sarich. Er säuft, qualmt wie ein Schlot und kaut Fingernägel. Und in der Eislaufszene muss er zusammen mit Mary mit Inlinern auf der Bühne herumkurven. Er wirkt fast wie ein Darsteller aus Starlight Express. Super Leistung! Er wirkt sehr sportlich.

Sogar offenes Feuer ist auf der Bühne möglich.

 Zumindest in der 1 . Reihe ist die Musik sehr laut gegenüber den Stimmen.

Die Bühne ist sehr minimalistisch dekoriert und hat eine eingebaute Drehbühne! Die Dekoration ist sehr schön und wirkt immer passend. Viel wird auch mit Licht bei leerer Bühne gemacht.

Kommen wir zu den Rollen und ihren Darstellern:

Drew Sarich IST Rudolf, er spielt es nicht nur. Er singt mit soviel Emotionen, man leidet und weint mit ihm. Es macht unheimlichen Spaß ihm zuzuschauen. Er ist wirklich genial

Wietske van Tongeren … Die naive ICH wird zu Furie. Ganz super spielt sie ihre Rolle als alleingelassene Ehefrau. Eine bessere Besetzung kann ich mir nicht vorstellen

Carin Filipcic… ganz klar: Alles was diese Frau macht ist super! Sie spielt die Gräfin Larisch perfekt und fühlt sich sehr wohl in dieser Rolle.

Martin Pasching spielt einen bösen und intriganten Grafen, dem das viel Spaß macht.
Er geht komplett in seiner Boshaftigkeit auf.

Das Ensemble ist super aufeinander eingestimmt und es macht unheimlichen Spaß dieses Musical zu sehen. Auch wenn es sehr traurig ist.

 

Fazit: Reingehen und ansehen, es lohnt sich!

 

Heidy Staudt und Petra Mannigel für Musicalfotojournalismus 24.09.2009